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Palko!Muski am 11. Dezember 2015


Was macht ein Akkordeon in der Rockmusik?
Ein bunter Haufen begegnet mir beim Abendessen. Ich setz' mich einem der Musiker gegenüber und frage, was seine Aufgabe in der Band ist. Chistoph Craviolini spielt Akkordeon.
"Was macht ein Akkordeon in der Rockmusik?" frage ich. Christoph denkt einen Moment nach. Dann meint er, es sei schon von Anfang an dabei gewesen. Ja, die Band habe eigentlich ganz klassisch mit Bass, Akkordeon und Piano begonnen. So sind auch, nebst Leadvocals & Keyboard von Baptiste Beleffi, der Bassist Matthias Honegger und eben Craviolini am Akkordeon noch immer dieselbe Besetzung wie 2007. Palko!Muski ist kein unbeschriebenes Blatt. Volksmusiker also?
Nun ja – Palko!Muski ist etwas anderes als Folk. "Polka Punk und Gypsy Disko" schreiben sie auf ihrer Homepage und der erste Song beginnt durchaus folkloristisch. Der Sänger Baptiste Beleffi klingt wie ein gewandter Chansonnier, er singt in englischer Sprache, wechselt aber im Refrain auf Italienisch und die Musik wird hier ausgesprochen rockig. Der Chansonnier wird zum Shouter. War's das also? Nein. Derselbe Song, doch nun wandert der Klang ostwärts, und während alle Musiker mitsingen, finden wir uns irgendwo in der Russendisko wieder. Und das schon beim ersten Lied.
Die Party steigt nicht nur in der Musik. Beleffi geht gleich unter die Leute, fordert von Anfang an zum Mittanzen und Mitfeiern auf und feiert auch schon mal vor. Mit nacktem Oberkörper, zwischen den Zuhörern liegend, tanzend, kreischend, singend lässt er jeden, der sich rührt vergessen, dass es im Alltag vielleicht nicht so partymässig viel zum Feiern gab. Mit ihrer Vodka-clash-erotik bringt die Band aber ernsthafte Texte, und mit dem Ruf nach Schnaps singt Beleffi zugleich "I don't wanna be controlled by you".
Text: Rosmarie Ruppolo Kästner

 

 

 

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